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Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Abschlussjahrgang am Goering Institut durfte ich an einem besonderen Restaurierungsprojekt mitwirken: den ersten umfangreichen Restaurierungsarbeiten am Hochaltar der Pfarrkirche St. Michael in Seehausen am Staffelsee seit der letzten Restaurierung in den 1960er-Jahren.
Der rund 250 Jahre alte Hochaltar beeindruckt mit seiner kunstvollen Marmorierung, den Vergoldungen und zahlreichen historischen Details. Unser Ziel war es nicht, ihn „wie neu“ erscheinen zu lassen, sondern seine originale Substanz zu bewahren und die Spuren seiner Geschichte weiterhin sichtbar zu erhalten.
Die Arbeit direkt am originalen Standort war eine besondere Erfahrung. Anders als in der Werkstatt erfolgten unsere Maßnahmen hier in einem lebendigen Kirchenraum – an einem historischen Objekt, das bis heute Teil des kirchlichen Lebens ist.
Während dieser Woche sicherten wir gefährdete Fassungsbereiche, reinigten verschiedene Oberflächen und arbeiteten an material- und konstruktionsbedingten Veränderungen am hölzernen Träger. Schwundrisse wurden mit Ausspänungen aus Balsaholz stabilisiert, das als Puffer für die natürlichen Bewegungen des Holzes dient. Anschließend wurden Fehlstellen der Fassung mit traditionellen Materialien aufgebaut und behutsam retuschiert.
Was man am Ende sieht, ist nur ein kleiner Teil der eigentlichen Arbeit. Hinter jeder restaurierten Stelle stehen Untersuchungen, Materialtests, Dokumentation und viele fachliche Entscheidungen.
Restaurierung verbindet Handwerk, Geschichte, Materialwissen und den respektvollen Umgang mit originaler Substanz.
Für mich war es eine besondere Freude, am Ende meines Studiums gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen an einem solchen Kulturdenkmal mitarbeiten zu dürfen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, die dieses Projekt möglich gemacht haben.
Titelfoto: © Das Blaue Land / Wolfgang Ehn
Drohnenaufnahmen: © Michael Gugl